Nix tun verleiht Flügel

Frauen mit Flügeln – da mag so mancher sogleich Engel vor Augen haben. Das Phänomen kann aber auch durch und durch irdischer Natur sein. Ist das der Fall, verbietet sich beinahe jeder Gedanke an engelsgleiche Gestalten. Speziell dann, wenn man so rein gar nichts für die Oberarmmuskulatur tut, droht nämlich der Wuchs sogenannter Bingo Wings.

Altes Gespenst unter neuem Namen

Obwohl Sie vielleicht noch nie zuvor von Bingo Wings hörten, gesehen haben Sie bestimmt schon welche. Und das wahrscheinlich nicht bei einem Bingospiel, sondern bei irgendeiner Gelegenheit, bei der Sie eine Frau mit entblößten Armen sahen. Bei Bingo Wings handelt es sich nämlich um schlaffe Oberarme, die bildlich bei jeder Bewegung mitwinken – so erklärt sich auch die etwas aus der Mode geratene deutsche Bezeichnung „Winkearm“. Bingospiel ist allerdings gar nicht so verkehrt, wenn man auf der Suche nach der Entstehung des Wortgebildes ist. Denn Bingo Wings verweisen – politisch vollkommen unkorrekt – auf die Oberarme älterer Damen, die sich bei der Lotterie verlustieren und diese beim Rufen des Wortes „Bingo“ nach oben strecken: „It’s often associated with old, fat ladies, often found frequenting Bingo Halls“.

Besser workouten als umdressen

Winkearme können durchaus auch Frauen heimsuchen, die nicht alt und übergewichtig sind. Das erfordert dann Bekennermut, speziell natürlich, wenn frau gerne ärmellos trägt. Statt modischem Umdenken kann auch Training helfen, denn mit dem richtigen Workout sind Bingo Wings meist schnell ad acta gelegt. Seine Arme vorbeugend fit zu halten, ist natürlich noch besser, somit ist ein entsprechendes Übungsprogramm so gut wie jeder Frau anzuraten. Auch jedem Mann? In Bezug auf Bingo Wings eher nicht, denn hier herrscht Geschlechterungerechtigkeit: Männer sind wesentlich seltener von Winkearmen betroffen, da sie mehr Muskelmasse besitzen. Das Stichwort ist also Muskeln. Statt an chirurgische Hautstraffungen oder Botox-Injektionen in Erwägung zu ziehen, sollte besser am Aufbau des Muskelvolumens gearbeitet werden. Mit dem richtigen Training kann man die Flügel gut stutzen.

Drei Übungen für gestärkte Oberame

Um Bingo Wings vorzubeugen oder zu bekämpfen, empfehlen sich in erster Linie Übungen, die den Trizeps (Musculus triceps brachii) trainieren. Dieser dreiköpfige Muskel sitzt an der Rückseite des Oberarms und macht etwa zwei Drittel seines Umfangs aus. Der Trizeps arbeitet gegensätzlich zum Bizeps. Während der Bizeps den Arm beugt, besteht die Hauptfunktion des Trizeps darin, den Arm zu strecken oder auch das Handgelenk nach oben zu drehen. Gute und anerkannte Trizepsübungen sind Liegestütz, Kickbacks und Dips.

1. Liegestütz
Zur Ausführung eines Standardliegestützes muss wohl nicht mehr viel geschrieben werden. Die Übung dürfte den meisten schon seit der Kindheit bekannt sein. Standardliegestützen werden effektiver, wenn die Füße während der Übung auf eine erhöhte Plattform gestellt sind, dafür bietet sich zum Beispiel eine Flachbank an. So verlagert man den Körperschwerpunkt nach vorne und muss deshalb mehr Gewicht mit den Armen und der Brust bewältigen. Mit dieser Variante können auch Fortgeschrittene einen passablen Trainingsreiz setzen.

2. Kickbacks
Für Kickbacks wird ein Gewicht, in der Regel eine Kurzhantel, benötigt. Es folgt nun eine Beschreibung für das Trainieren des rechten Arms – beim linken dann das Ganze umgekehrt. Man greift mit der rechten Hand das Gewicht, legt sein linkes Knie auf eine Bank, während mit dem rechten ein fester Stand gesucht wird. Nun wird der Oberkörper nach vorne gebeugt, so dass er parallel zum Boden ist, mit der linken Hand wird sich auf der Flachbank aufgestützt. Nun wird der rechte Arm gebeugt und soweit nach hinten geführt, bis der Oberarm parallel zum Boden zeigt (Ober- und Unterarm bilden einen 90-Grad-Winkel). Jetzt wird der Unterarm nach hinten durchgestreckt und anschließend in die vorherige Position gebracht. Der Oberarm sowie der restliche Körper bleiben während dieser Bewegung unverändert.

3. Dips
Dips an der Bank eignen sich besonders gut für Anfänger. Man stützt sich mit den Händen am Bankende ab und stellt die gestreckten Beine nach vorne ab. Der Po sollte etwa zehn Zentimeter von der Bank entfernt sein. Nun lässt man sich möglichst weit nach unten herab und drückt sich anschließend wieder nach oben – der Oberkörper wird dabei gerade gehalten. Die Übung kann noch intensiver gestaltet werden, indem die Beine auf einer Bank abgelegt oder auf dem Schoß zusätzliche Gewichtsscheiben platziert werden.
Alternativ kann man Trizeps-Dips an Barren oder Holmen ausführen. Zunächst stützt man sich auf dem Barren bzw. den Holmen ab – die Ellbogen zeigen dabei nach hinten und nicht etwa zur Seite. Nun werden die Schulterblätter zusammengezogen und der Po angespannt. Die Ellbogen werden gebeugt und der Körper herabgelassen – anschließend erfolgt ein kontrolliertes sich-nach-oben-Drücken. Möchte man besonders stark den Trizeps trainieren, ist der Oberkörper aufrecht zu halten, man sollte sich also nicht nach vorne lehnen.